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Satte grüne Blätter an menschenhohen Pflanzen, weit ausladende Fenster mit Ausblick auf einen verschneiten Garten und zwei dunkelgrüne Stoffsessel fielen mir am hinteren Ende des Cafés sofort ins Auge, als ich eintrat. Die Frage, ob ich auch im Wintergarten bei den Pflanzen und Stoffsesseln Platz nehmen dürfe, beantwortete, nachdem er mich zuerst im nüchterneren wenngleich ebenso liebevoll eingerichteten vorderen Teil des Cafés unterbringen wollte, der Bedienstete nach kurzem Überlegen mit einem lächelnd unter gespitzten Lippen hervorgebrachtem "Ja". Freudig überrascht von dieser unerwarteten Antwort nahm ich im Wintergarten auf einem der Sessel Platz.
Während ich darauf wartete, dass ein Angestellter mir ein Karte an den Tisch brachte, ließ ich die Atmosphäre auf mich wirken. Links hinter mir befanden sich tropische Pflanzen in Bastkörben, Kupfer- und Keramiktöpfen, rechts an der Wand Bilder von ebensolchen Pflanzen, hinter der Fensterfront hellblau schimmernder Schnee, mein Tisch war in türkisem Marmor gemustert, leise klang milde tropische Technomusik.
Ich bestellte einen Latte Macchiato und ein Omelette mit halbgekochten Tomaten und Frühlingszwiebeln. Wenige Minuten später wurde mir der Latte Macchiato zusammen mit einem Korb gefüllt mit drei leicht angerösteten Brotscheiben und einem Gedeck an den Tisch gebracht. Ich löffelte an dem weichen Schaum des Latte Macchiato und trank ein paar Schlucke. Der Latte Macchiato schmeckte mild und floss weich meinen Gaumen hinab. Die Brotscheiben waren dick geschnitten, weich und warm. Während ich an der ersten Scheibe Brot aß und die Einrichtung begutachtete, kam das Omelette an den Tisch. Es war mit wenigen Salatblättern, einer Cocktailtomate und zwei Radieschenscheiben angerichtet, zusätzlich befand sich auf dem Teller ein Glasschälchen mit einem Stück Butter für das Brot. Die halbgekochten Tomaten verliehen dem weichen und mild nach Ei und Frühlingszwiebeln schmeckenden Omelette ein saftiges Aroma, das Omelette lies sich sehr gut schneiden und zerfiel beim Essen nicht, besaß eine feste Konsistenz. Der Salat war knackig und frisch.
Nachdem ich fertig gegessen hatte, ruhte ich noch eine Weile im dunkelgrünen Sessel gesättigt von den Speisen und erfreute mich der Pflanzen im Raum. Als ich zu gehen bereit war, hieß ich den Bediensteten durch einen Blick zu mir kommen und bestellte die Rechnung. Der Preis für das Frühstück war angemessen. Beim Annehmen des Geldes erkundigte er sich, ob das Essen geschmeckt und der Service gepasst habe, was ich kräftig bejahte und durch reichliches Trinkgeld unterstrich. Mit gespitzten Lippen und einem freundlich demütigen Blick, wünschte mir der Angestellte beim Abräumen des Gedecks mehrfach einen schönen Tag, während ich meinen Rucksack schulterte und das Café verließ.
Wohl habe ich noch nie in einem so einzigartig eingerichteten Café gespeist. Dass sowohl der Kaffee als auch Omelette und Brot meisterlich zubereitet waren und die Bedienung meinen Wünschen erheben das Café No. 15 in Höhen in die es nur wenige Restaurants und Cafés schaffen. Ein einmaliges Erlebnis und ein Ort zum Wohlfühlen.
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